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04.11.2017, 10:47 Uhr | Schwarzwälder Bote / Felicitas Schück
Balance zwischen Stadt und Land
Der 44-jährige Europaabgeordnete Andreas Schwab wurde vor einer Woche zum CDU-Bezirksvorsitzenden gewählt. Den Vorsitz der CDU im Schwarzwald-Baar-Kreis wird er am 24. November vermutlich an Thorsten Frei abgeben, doch Schwab will dem Kreis und seinem Wohnort Villingen-Schwenningen verbunden bleiben. Was wollen Sie bei Ihrer neuen Aufgabe anpacken und gestalten? Ist der Spielraum größer als beim Kreisvorsitz? Das Amt des Bezirksvorsitzenden der CDU ist mit einem Platz im Präsidium der CDU Baden-Württemberg verbunden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, in diesem Führungsgremium der CDU Baden-Württemberg mitzuwirken. Das Amt des Kreisvorsitzenden der CDU Schwarzwald-Baar hat mir gleich wohl viel Freude gemacht, und die politische Einflussmöglichkeit ist hier auch gegeben. Der Unterschied liegt nur darin, dass der Bezirksvorsitzende gewissermaßen rund 15 000 Mitglieder aus insgesamt zehn Kreisverbänden zu vertreten hat.
Andreas Schwab will Zukunftschancen des ländlichen Raumes sichern.
Bleiben Sie dem Schwarzwald-Baar-Kreis verbunden? Wie? Natürlich bleibe ich dem Schwarzwald-Baar Kreis verbunden, meine Familie und ich wohnen und leben hier, unsere vier Kinder gehen hier zu Schule, wir sind hier zu Hause. Wie wird der Übergang zum neuen Kreisvorsitzenden vonstatten gehen? Am 24. November werden wir in St. Georgen einen Kreisparteitag abhalten, bei dem ich zurücktrete und mein Nachfolger gewählt wird. Wir werden dort allerdings auch einen Kongress organisieren und über wichtige Fragen der Digitalisierung sprechen, die gerade auch unseren Kreis im ländlichen Raum betreffen. Haben Sie schon attraktive Themen für den CDU-Bezirk im Sinn, die Sie anpacken wollen? Mir ist als CDU-Bezirksvorsitzender genau das wichtig, was mich auch als Kreisvorsitzender politisch umgetrieben hat: die Zukunftschancen des ländlichen Raums sichern, eine Balance zwischen Stadt und Land erhalten. Dafür muss die Infrastruktur ausgebaut werden, dafür müssen wir bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen, und vieles andere mehr. Wie lässt sich das neue Amt mit dem des Europaabgeordneten verbinden? Diese Aufgabe hatte ich bisher schon zu bewältigen, da ich seit 2011 ja auch stellvertretender Bezirksvorsitzender bin. Es wird im neuen Amt als Bezirksvorsitzender sicher zu weiteren Synergieeffekten kommen, da mein Wahlkreis genau dasselbe Gebiet umfasst wie der Bezirksverband der CDU. Räumlich und zeitlich dürfte das sogar manchmal einfacher werden. Welche Perspektiven sehen Sie momentan für Europa? Wie geht es mit den Verhandlungen zum Brexit weiter? Die Europäische Union befindet sich derzeit an einer Weggabelung. Die globalen Veränderungen haben auch ihre Spuren in Europa gezeigt, hierauf müssen wir wirksame neue Antworten finden. Wir brauchen einen besseren Schutz unserer Außengrenzen, wir brauchen eine bessere Kontrolle der Haushalte von Mitgliedstaaten, die die Maastrichtkriterien verletzen, und wir müssen die Idee einer Europäischen Union der Werte vertiefen. Und das müssen wir bewältigen, während wir mit Großbritannien über einen Austritt, der eigentlich kein Austritt sein soll, reden.  Die Fragen stellte Felicitas Schück