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09.11.2019, 15:27 Uhr | CDU Stadtverband Donaueschingen
30 Jahre Mauerfall

Liebe Besucher, liebe Mitglieder und Parteifreunde,

aus gutem Grund ist der 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November das beherrschende Nachrichtenthema. Jeder, der dieses Ereignis miterleben durfte, wird erzählen können, wo er sich in diesen Stunden aufgehalten hat und mit welcher Spannung und ungläubigen Staunen er die Ereignisse verfolgt hat. Bis zuletzt stand die Sorge im Raum, dass die dramatische Entwicklung ein gewaltsames Ende finden wird. ...

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Dieser Tag erinnert uns daran, was Menschen mit ihrem Mut vollbringen können. Diesen Menschen sind wir zu Dank und Anerkennung verpflichtet.

Erst später zeigte sich, dass dieser Anfang auch gewaltige Aufgaben brachte. Es galt ein kaputtes Land wiederaufzubauen.
Ein Land, das weit über seine Verhältnisse gelebt hatte und trotzdem unterm wirtschaftlichen Niveau der westdeutschen Bundesrepublik.
Ein Land, in dem sogar die Lebenserwartung in den achtziger Jahren leicht gesunken war.
Ein Land, das zu Europas größten Umweltsündern gehörte.
Ein Land, dem seine eigenen Bürger(innen) zunehmend den Rücken gekehrt hatten oder dies tun wollten.

Die gewonnene Freiheit machte es möglich, die unnatürliche und schmerhafte Teilung unseres Volkes in Frieden und im Einvernehmen mit unseren Nachbarn zu überwinden.
Doch selbstverständlich oder gar zwangsläufig war die Wiedervereinigung keineswegs. Vielmehr musste der Weg zu ihr beschritten und schnell zurückgelegt werden.

Ein Zögern (wie vom SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine 1990 gefordert) – und es wäre vielleicht zu spät gewesen. Denn die Weltgeschichte öffnete nur ein kurzes Zeitfenster. Daher war es ein großer Glücksfall, dass in diesem Augenblick Helmut Kohl Bundeskanzler war. Als Politiker hatte er gute Kontakte zu unseren westlichen Partnern und in die damalige Sowjetunion aufgebaut. Als Historiker wusste er um den Wankelmut der Weltgeschichte. Und als Christdemokrat besaß er jenen Glauben, an dem die CDU immer festgehalten hat: den Glauben an die deutsche Wiedervereinigung. 

In die Euphorie der Anfangsjahre hat sich Ernüchterung gemischt.
Das bekommt auch unsere Partei zu spüren. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns auf Grundsätze besinnen, die alle Christdemokraten teilen können:
1. Erwirtschaften steht vor dem Verteilen.
2. Leistung muss sich lohnen.

Diese zwei Grundsätze begleiten unser politisches Handeln seit Jahrzehnten und bleiben gültig. Unser Land kann nicht auf Kosten seiner Zukunft leben. Wir brauchen vielmehr Impulse im Sinne unserer Kinder und Enkel. Wir brauchen solide Finanzen und eine Wettbewerbsfähigkeit, die für gute Jobs und soziale Sicherheit sorgt.
Deshalb kämpfen wir für eine „Schwarze Null“ und die Schuldenbremse.

Anlässlich dieses glücklichen Jahrestages danke ich ihnen für ihr Bekenntnis und ihre Treue zu unserer Partei, hoffe ich auf ihre wohlwollende Unterstützung in den anstehenden demokratischen Auseinandersetzungen und wünsche uns allen eine weiterhin stabile Phase in Frieden und Freiheit in einem zusammenwachsenden Europa.

Herzliche Grüße

Ihr Martin Lienhard
Vorsitzender CDU-Stadtverband Donaueschingen

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