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02.10.2020, 22:21 Uhr | CDU Stadtverband Donaueschingen
30 Jahre Deutsche Einheit
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Unionsmitglieder und -freunde,

wir stehen am Vorabend eines runden Jubiläums. Drei Jahrzehnte sind seit dem 3. Oktober 1990 vergangen. Das sind fast 11.000 Tage. Wir schauen mit reichlich Abstand auf diese Zeit und dennoch bekommen viele, die diese Phase erleben durften, eine Gänsehaut angesichts des unbeschreiblichen Glückes einer Wiedervereinigung ohne Blutvergiessen. ...
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Wenn wir uns erinnern, dann fallen uns die Namen von Wolfgang Schäuble und Helmut Kohl ein. Die Deutsche Einheit brauchte auch sie: Den kompetenten Innenminister und Verhandler und diesen Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden. Als Christdemokraten besaßen sie jenen Glauben, an dem die CDU immer festgehalten hat:
Den Glauben an die deutsche Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit.
Ringsherum hatten sich viele längst abgefunden mit der Trennung. Für Helmut Kohl zählte, was seit 1949 in der Präambel des Grundgesetzes stand:

Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.

Viele andere hätten gezögert. Helmut Kohl ergriff die historische und sicher nur kurze Zeit vorhandene Chance und überzeugte die USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion. Wer weiß, wie die deutsch-deutsche Geschichte verlaufen wäre?

Und genauso brauchte es den Mut der Deutschen in der DDR, gegen ein menschenverachtendes, unmenschliches System aufzubegehren. Die Deutschen in der DDR sahen, wie es hinter der Mauer zuging. Nämlich ganz anders.

Sie sahen ein demokratisches, freies Deutschland.
Sie sahen den Wohlstand der Sozialen Marktwirtschaft.
Sie sahen eine starke Volkswirtschaft, bewundert in der Welt.

Dies unterscheidet sich sicher nicht wesentlich von den vielen Millionen Menschen aus allen Teilen der Welt, die sich lieber heute als morgen zu uns aufmachen würden, wenn sie dürften oder könnten.

Drei Jahrzehnte Wiedervereinigung. Ein wahres Wunder – von der Friedlichen Revolution bis zum heutigen Tag.

Ganz oft würdigen wir den Mut, der die Mauer zum Einsturz brachte – und so viel seltener und leiser, was anschließend vollbracht worden ist; wie Menschen Vertrautes zurückließen; wie sie ins Offene aufbrechen mussten und in den allermeisten Fällen ankamen: in einem neuen Land, in einem Leben, das oft ganz und gar nicht den Träumen und Erwartungen entsprochen hat.

Sie lernten, dorthin zu gehen, wo Arbeit ist. Andere ließen ihre Kinder gehen, die ihr Glück woanders suchten.
Trotz aller Mühen und Missverständnissen und Befindlichkeiten:
Die Deutsche Einheit ist als Erfolgsgeschichte beispiellos, mit so vielen Gründen, stolz zu sein: auf unser Land, auf die Menschen in Ost und in West, auf unsere Partei.
Denn wir erleben nun wieder, was es bedeutet, in schwierigen Zeiten eine große Aufgabe und viel Verantwortung zu übernehmen. Mit der Corona-Pandemie erlebt unser Land eine Krise von historischem Ausmaß mit viel Ungewissheit und Unübersichtlichkeit.
Trotzdem können wir zuversichtlich sein, gemeinsam diese Krise meistern zu können.

Deshalb wollen wir auch in unserem Stadtverband mit der gebotenen Vorsicht wieder gemeinsame Veranstaltungen angehen. In unserem Website-Kalender finden Sie die Einladungen für

  • die mitgliederinterne Diskussionsveranstaltung Palliativmedizin am Mittwoch, 14. Oktober, 20 Uhr im Grünen Baum und
  • die Mitgliederversammlung am Montag, den 9. November 19.30 Uhr im Mariensaal.

Es geht in diesen Tagen auch darum, sich im Systemwettbewerb gegenüber autoritären Regimen und egozentrischen Machthabern behaupten – und damit um unsere Art zu leben. Es ist immer besser, das Verbindende über das Trennende zu stellen – so schwer das mitunter auch ist.; gerade in „unserem“ Europa, von dessen Erfolg so viel abhängt.
Nein, die CDU hat nicht immer alles richtig gemacht. Manche Veränderung haben wir spät erkannt, manche gerade noch rechtzeitig. Die Verdienste der Vergangenheit sind bemerkenswert:

Wiederaufbau in der jungen Bundesrepublik,
Soziale Marktwirtschaft,
Wirtschaftswunder,
die Aussöhnung mit den einstigen Feinden.
Und eben auch: Deutsche Einheit und Aufbau Ost.

Aber: Eine erfolgreiche Volkspartei bleiben wir nur, wenn wir uns das Tag für Tag, Jahr für Jahr neu verdienen. Vor uns liegt ein Superwahljahr 2021. Wir haben die Landtagswahlen im März und natürlich die Bundestagswahl Im September. Wir wollen erfolgreiche Wahlkämpfe führen, stärkste Kraft werden und auch die jeweiligen Regierungen anführen.

Im Dezember – auf unserem Parteitag in Stuttgart – wählen wir einen neuen Vorsitzenden. Egal, wer es am Ende wird: Danach müssen wir alle uns hinter ihm versammeln, auch wenn sich der eine oder die andere ein anderes Ergebnis gewünscht hätte.

Deshalb: Lasst uns eine Union im besten Sinne sein!

Ihnen allen morgen einen schönen Feiertag und ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!

Bleiben Sie gesund!

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