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01.09.2014 | Südkurier / Winkelmann
Wolf will Asylpolitik „seriös“ diskutieren
Landtagsabgeordneter besichtigt Sternensaal. Demnächst werden dort Familien untergebracht.
Die ganz aktuellen lokalen kommunal- und gesellschaftspolitischen Themen standen auf dem Sommertourprogramm von Landtagspräsident Guido Wolf. Gemeinsam mit 20 Bürgern ließ sich der Wahlkreisabgeordnete vor Ort über die Situation der Asylbewerber in Donaueschingen und über den Sachstand zur künftigen Nutzung des französischen Militärgeländes in der Donaustadt informieren.
Heimleiter Hellmuth Kohlermann (rechts) informiert Landtagspräsident Guido Wolf mit einer Besuchergruppe in der Küche im Übergangswohnheim „Sternen“ über die Unterbringung von Asylbewerbern in Donaueschingen.

Asylbewerbersituation live war dabei im Sternen an der Käferstraße, zu erleben. 60 Flüchtlinge wohnen hier derzeit, vor allem junge Männer aus Syrien, Eritrea, dem Irak, Pakistan und Sri Lanka. Demnächst werden auch ganze Familien erwartet, eine besondere Herausforderung für Heimleiter Hellmuth Kohlermann. Gilt es doch jetzt schon die Menschen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppierungen und Religionen so unter zu bringen und zu begleiten, das ein gutes Zusammenleben im Haus möglich ist.
Die Flüchtlinge sprechen vor allem Englisch, Griechisch, Spanisch oder Arabisch. Ehrenamtliche Helfer bieten inzwischen Deutschunterricht an und engagieren sich in einem Arbeitskreis. Ansprechpartnerin für die Fragen der Asylbewerber ist Jessica Stiefel. „Die Aufnahme der Fremden in der Stadt ist gut“, sagt die Sozialarbeiterin. Sie organisiert Ausflüge, Spiele und Aktivitäten.

Guido Wolf sieht in der Unterbringung der Asylbewerber „eine große Herausforderung für die Kommunen“. Bis zu 25 000 Menschen müsse Baden-Württemberg aufnehmen, viele Verfolgte wie Christen und Jesiden. Das Thema Armutsflüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern sei dabei „seriös zu diskutieren“. Zudem brauchten die Landkreise mehr finanzielle Unterstützung, um diese große Aufgabe zu bewältigen.
Für die Teilnehmer der Sommertour bezog Wolf eindeutig Stellung: Weil 90 Prozent der Bewerber keinen Anspruch auf Asyl haben, müsse die Politik „Regeln schaffen, dass nicht die Falschen kommen“. Gleichzeitig gelte es „offen zu sein für die Menschen, die dringend Zuflucht brauchen“.
„Lasst die Leute so schnell wie möglich arbeiten.“, fordert Wolf und macht sich stark für kreative Maßnahmen, „damit die Menschen ihr Geld selbst verdienen können“. Schließlich sei Beschäftigung wichtig, „dann geht der Tag anders vorbei“.
Auf dem französischen Militärgelände erläuterten der städtische Raumplaner Jens Tempelmann und der französische Offizier Pascal Leduc den Sachstand der Entwicklung der Konversion. Stadtplanerisch „eine riesige und einmalige Herausforderung“, so Tempelmann.
Ihren Abschluss fand Wolf's Sommertour bei der Firma Bromberger, wo Seniorchef Hubert Bromberger das mittelständische Familienunternehmen mit derzeit 80 Arbeitsplätzen und einem Jahresumsatz von 16 Millionen Euro vorstellte.

 

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