Pressearchiv
01.09.2014, 04:32 Uhr | Schwarzwälder Bote / Rainer Bombardi
2015 wird mehr Zustrom erwartet
Landtagspräsident Guido Wolf besuchte mit dem CDU Stadtverband auf seiner Sommertour durch Donaueschingen die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Wolf erinnerte daran, dass die Landkreise angesichts der im nächsten Jahr zunehmenden Flüchtlingsströme von Land und Bund dringend mehr Unterstützung benötigen.
Im Sternen nutzten Asylbewerber die Chance, sich mit den Politikern und dem Sozialdezernenten zu unterhalten.
Wir müssen uns mit den Rahmenbedingungen auseinander setzen und den Mut aufbringen Asylbewerber aus sicheren Herkunftstländern möglichst schnell wieder in ihrer Heimat zu integrieren. Wie groß der Bedarf an Asylplätzen sein wird, skizzierte Sozialdezernent Jan Hauser vom Landratsamt. In den nächsten Jahren muss der Kreis deutlich mehr Asylanten aufnehmen so dass die rund 700 Plätze in Villingen-Schwenningen und Donaueschingen nicht mehr ausreichen. Hinzu kommt eine Gesetzesänderung die einem Asylbewerber sechs Quadratmeter Raum zugestehen anstatt wie bisher 4,5.
Dadurch verringert sich auch die Aufnahmekapazität solcher Häuser wie jener, des ehemaligen Sternen in Donaueschingen. Indes ist er der katholischen Kirche dankbar die ihr ehemaliges Pfarrhaus gemäß einem Urverständnis christlichen Glaubens als Unterkunft für Asylbewerber bereit stellte.
Der Schwarzwald-Baar Kreis ist verpflichtet 1,98 Prozent der vom Land aufgenommenen Flüchtlinge eine Unterkunft bereit zu stellen. Im August entsprach diese Zuweisungsquote 62 Personen. Zum Manko an freien Plätzen kommt hinzu, dass das Land in Zukunft auch Asyl suchende Familien aufnimmt, das sie sich noch schneller integrieren. Hauser lobte die Solidarität und Unterstützung auf örtlicher Ebene und aus der Bevölkerung. Sie sollte nicht dadurch abreißen, weil der Landkreis pro Asylbewerber 1000 bis 2000 Euro pro Asylbewerber hinzugeben muss. Die Landepolitik müsste hier ihre finanzielle Unterstützung erhöhen bedauerte Hauser.
Sozialarbeiterin Jessica Stiefel war im Sommer viel unterwegs und beschäftigt sich intensiv mit den Wünschen und Pflichten der Asylanten im Donaueschinger Sternen.
Sei spricht von einer dankbaren Klientel und ständig steigenden Herausforderungen. Es gelte ethnische und religiöse Unterschiede aus dem Weg zu gehen und die Gruppen so in zusammenzusetzen. In der Donaueschinger Einrichtung läuft diesbezüglich alles bestens. eines der wichtigsten Ziele einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist es, sich an den vorhandenen Gegebenheiten zu orientieren nennt Sternen-Heimleiter Hellmuth Kohlermann ein Erfolgsrezept eines friedlichen Miteinanders.
Es sei wichtig die Menschen so schnell wie möglich arbeiten zu lassen gibt Wolf zu in diesem Punkt seine Meinung revidiert zu haben.
"Arbeitende Asylbewerber dienen dem Gemeinwesen, beschäftigen sich sinnvoll und fühlen eine entsprechende Wertschätzung. Die Asylproblematik wird uns jedenfalls noch einige Zeit beschäftigen waren sich alle einig", betont Wolf.